TV/DJK Hammelburg Volleyball

Für die Hammelburger Jungs ist ihre gute Platzierung keine Überraschung mehr. Das Karlovic-Team freut sich nach dem Sieg in Grafing auf das Heimspiel gegen Neumarkt.

TSV Grafing - TV/DJK Hammelburg 1:3 (23:25, 25:22, 19:25, 15:25).


Bestens erholt von dem 2:3 gegen Schwaig präsentierten sich die Jungs von der Saale in Grafing. Drei Punkte nahmen sie aus Oberbayern mit und freuten sich nach der Rückkehr um drei Uhr morgens bereits auf den kommenden Samstag, an dem sie im letzten Heimspiel des Jahre gegen den ASV Neumarkt die großartige Hinrunde mit einem weiteren Sieg beenden möchten. Wenn es vor dem Spiel noch einer zusätzlichen Motivation bedurft hätte, sorgte der Grafinger Hallensprecher dafür, denn er bezeichnete die Hammelburger immer wieder als "Überraschungsdritten". Als nach dem Spiel Aldin Dzafic zum besten Spieler (MVP) gekürt wurde und vom Hallensprecher gefragt wurde, ob er sich den Erfolg der Aufsteiger erklären könne, konterte der Hammelburger Zuspieler mit einer Gegenfrage. "Wer sagt eigentlich, dass man als Aufsteiger nicht gut Volleyball spielen kann?" Tabellenplatz drei wurde jedenfalls grandios verteidigt.
Ohne Lorenz Karlitzek und Oli Möller angereist, mussten die Gäste erst in die Partie finden. "Das sah so aus, als ob ein Hühnerhaufen leichte Beute für den hungrigen Grafinger Bären werden könnte", umschrieb Pressesprecher Olly Wendt die Anfangsphase. Der erste Ball kam nicht präzise genug, so dass Aldin Dzafic viel Laufarbeit zu verrichten hatte. Grafing hatte bis zum 15:9, besonders wegen der starken Aufschläge, die besseren Karten. 
"Auch wenn wir mal sechs, sieben Punkte zurückliegen, können wir den Satz immer noch drehen", sollte Trainer Tado Karlovic mit dem Recht behalten, was er seinen Jungs vor dem Spiel mitgegeben hatte. Die Hammelburger drehten ihrerseits am Druckventil im Aufschlag (Aldin Dzafic, Mario Radmann) und sammelten in Kombination mit sehr guten Blocks Punkt für Punkt. Doch die Grafinger legten nochmals mit einem "Aufschlaggewitter" auf 20:17 vor. Für die Wende sorgte schließlich Friedrich Fell. "Egal in welcher Situation, Friedrich kommt von der Bank, ist kalt und bewahrt bei seinen Aufschlägen immer wieder diese Nervenstärke", zog Olly Wendt seinen Hut. Kapitän Felix Bendikowski schrieb sich noch in die Liste der "Serien(Aufschlags)täter" ein und besorgte den Rest. 
Der zweite Satz nahm einen ähnlichen Verlauf, zwar gingen die Unterfranken dank guter Aufschläge (Hennig Schulte) in Führung, doch als ein Grafinger beim 6:6 sechs Sprungaufschläge übers Netz drosch, stand es 6:12 aus Hammelburger Sicht. Die Hammelburger erinnerten sich an die Worte ihres Coaches und kämpften sich in einer hoch dynamischen Partie wieder ran. "Die Satzmitte hätten wir in den ersten beiden Durchgängen gerne ausgeblendet", sah Interims-Co-Trainer Didi Gleisle sein Team durch Unkonzentriertheiten in Angriff und Aufschlag mit 14:20 in Rückstand geraten. Dennoch ließ sich das Gästeteam nicht hängen und lieferte Grafing einen großen Fight. "Die haben so viele Bälle vom Boden gekratzt, das war echte Schwerstarbeit", beschrieb Mittelblocker Michi Schottdorf ein hochklassiges Match, bei dem am Ende die Gastgeber für den Satzausgleich sorgten.
Nach der Zehn-Minuten-Pause mit akrobatischen Einlagen zweier Kraftsportkünstler an der Stange, verdiente auch der folgende Auftritt der Saalestädter das Prädikat "künstlerisch wertvoll". Die Zuschauer sahen umkämpfte Ballwechsel, bei denen oftmals die Hammelburger das letzte Wort hatten. Das erhoffte Bollwerk aus guter Block- und Abwehrarbeit stand (18:13). Zwar ermöglichte man dem Gegner noch Ergebnis-Kosmetik, dennoch ließ sich der Hammelburger Bundesligaexpress nicht stoppen. 
"Grafing hat uns keine Punkte geschenkt, sondern wir haben uns diese erspielt", lobte Trainer Karlovic die spielerische Klasse seiner Mannen, die im Vierten dann noch einmal feine Volleyballkost servierten. "Mario (Radmann) hat sich in diesem Satz am Netz so richtig ausgetobt", hob Olly Wendt nach einem auf beiden Seiten hochklassigen Spiel den Hammelburger Mittelblocker hervor. Die "Bären" gaben zwar nie auf, mussten am Ende allerdings das Siegesbrüllen den Gästen überlassen. Da mischte übrigens ein alter Bekannter mit, Ex-Libero Domi Seller, der in München studiert und mittlerweile für Unterhaching spielt, ließ es sich nehmen, seine alten Freunde in Grafing zu unterstützen - und mit ihnen zu jubeln.

Quelle: Saale Zeitung