TV/DJK Hammelburg Volleyball

Während sich die Mannschaft von Trainer Tado Karlovic erstmals in dieser Saison mit einem Punkt in einem Heimspiel zufrieden geben muss, feiern die Gäste aus Schwaig das Ende ihrer erfolglosen Tiebreak-Serie.


TV/DJK Hammelburg - SV Schwaig 2:3 (18:25, 25:23, 30:28, 21:25, 17:19).
Die Frage, warum die Hammelburger Jungs dieses Spiel noch verloren haben, konnte in der Halle niemand so recht beantworten, hatten sie doch im Tiebreak beim Stande von 14:11 drei Matchbälle. "Da haben wir großzügig Geschenke verteilt. Ich glaube, die Schwaiger wussten am Ende auch nicht, warum sie gewonnen hatten", meinte Hammelburgs Trainer Tado Karlovic. Neben den versprochenen Gummibärchen nahmen die Gäste also noch zwei Punkte mit. Den Hammelburgern blieb nur einer nach der ersten Heimniederlage in der 2. Bundesliga.
Das Spiel begann aus Sicht der Gastgeber alles andere als verheißungsvoll. Das Team von der Saale wirkte verunsichert, die Fehlerquote war in allen Bereichen ungewöhnlich hoch. Der sonst so belebende Spaßfaktor im Spiel war nicht zu sehen, ernste Mienen, kaum Emotionen. "So einen Satz muss man meinen Jungs auch mal zugestehen. Nach dem kräftezehrenden Doppelspieltag auswärts am vergangenen Wochenende haben wir im Training hauptsächlich an der Regeneration gearbeitet, sie waren etwas ausgelaugt", warb Tado Karlovic um Verständnis und sah anschließend eine bewundernswerte Energieleistung seiner Mannschaft.
Der Kampfgeist erwachte, der absolute Wille, diesen zweiten Satz zu gewinnen war erkennbar. Man feuerte sich gegenseitig an, das Publikum ging mit und die Formkurve ging stetig nach oben. Beim 23:23 hämmerte Kapitän Felix Bendikowski den Ball mit seinem Aufschlag so ins gegnerische Feld, dass der Abwehrversuch an der Hallendecke endete. Zweiter Aufschlag Bendikowski und Oscar Benner, der für den an diesem Tag glücklos agierenden Lukas Spachmann gekommen war, vollendete. "Leider gibt es solche Tage, Lukas und die Mannschaft leben von seinen genialen Momenten, aber diesmal hat das nicht so geklappt", erklärte sein Trainer den Wechsel.
Was der dritte Satz an Spannung und Dramatik zu bieten hatte, ist nur noch schwer zu toppen. Die Jungs von der Saale waren jetzt voll da, bei 10:5 lief alles nach Plan. Doch die Mittelfranken waren ein bärenstarker Gegner, kämpften sich zurück und was folgte, war ein offener Schlagabtausch auf Augenhöhe. Mario Radman punktete im Mittelblock immer wieder, Janis Späth auf der Gegenseite, der nach der Partie zum besten Spieler gewählt wurde, stand ihm nichts nach. Felix Bendikowski, Henning Schulte und Oscar Benner versenkten zwar die Bälle, der SV Schwaig blieb keine Antwort schuldig. Die Halle tobte, Hallensprecher Olly Wendt gab den Einpeitscher und auch auf Seiten der Gäste gab es lautstarke Unterstützung. Von 22:22 bis 28:28 - wechselnde Führungen, abgewehrte Satzbälle - mehr Spannung geht nicht. Und dann? Chefsache! Annahme Libero Aaron Dettner, Zuspiel Aldin Dzafic, zum besten Spieler auf Hammelburger Seite gewählt, Bumm Felix Bendikowski; Aufschlag Friedrich Fell, Block Felix Bendikowski - 30:28. Ohrenbetäubender Jubel, als ob das Spiel schon gewonnen wäre.
Bis zum 12:10 lagen die Einheimischen im vierten Durchgang vorne, Schrecksekunde nach einem Zusammenprall von Aaro Dettner und Aldin Dzafic, aber Dzafic, der nach Luft rang, konnte weitermachen. Doch von da an übernahmen die Mittelfranken die Führung, fighten verbissen um einen fünften Satz. Erfolgreich.
Der Tiebreak musste entscheiden, Schwaig hatte in dieser Saison bereits fünf Mal den Tiebreak erreicht - und fünf Mal verloren. Ein gutes Omen? Es sah lange danach aus. Mit einer 8:4-Führung für Hammelburg wurden die Seiten gewechselt. Bis zum 14:11 und damit dem ersten Matchball lagen die Jungs vorne. Aber es sollte an diesem Abend nicht sein, nach dem 14:14 wurde beherzt angegriffen, der Kapitän stellte auf 15:14, Schwaig wehrte den vierten Matchball ab. Zwei Mal gelang das anschließend auch den Hammelburgern, aber am Ende - nach rund drei Stunden - feierten die Gäste ausgelassen das Ende ihrer schwarzen Serie. Die Zuschauer brauchten ihr Kommen bei diesem Spektakel weiß Gott nicht bereuen und dankten es beiden Teams mit ausgiebigem Beifall. "Wir haben den Sack nicht zugemacht, also hat Schwaig verdient gewonnen", fand Tado Karlovic nach der Partie doch noch eine trockene Antwort.