TV/DJK Hammelburg Volleyball

In Leipzig ist durchaus was zu holen. Kapitän Felix Bendikowski plagt sich mit Schulterschmerzen.

L.E. Volleys Leipzig - TV/DJK Hammelburg.
Tja, so ist das - Erfolg verwöhnt. Und damit steigen auch die Erwartungen. Die Hammelburger sind ebenso mit drei Siegen in die Saison gestartet wie ihr Gastgeber an diesem Samstag, die L.E. Volleys. Die Leipziger fuhren allerdings zwei ihrer Erfolge gegen die Volley YoungStars Friedrichshafen (Volleyballinternat) ein, gegen die sie wegen fehlender Hallenkapazität in Leipzig gleich das Hin- und Rückspiel in Friedrichshafen austrugen. Am dritten Spieltag folgte ein mühsamer Tie-Break-Erfolg in Mainz. Gegen eben jene Mainzer, bei denen die Saalemänner mit einem 3:0 loslegten. Um es mit den Beatles zu sagen - der Auftakt ihrer bisherigen "Magical Mystery Tour", die mit den Heimsiegen gegen die Topteams Delitzsch und Eltmann ihre Fortsetzung fand. Um bei den Beatles zu bleiben, wenn auch bei einem anderen Album, - nun reist "Sergeant Pepper's Lonely Hearts Club Band" nach Leipzig.
Und dort soll wieder ordentlich Musik gemacht werden, wenn auch in einer kleinen Halle. Seit der Entscheidung des Landes Sachsens, die Universitätssporthalle (Ernst-Grube-Halle) in eine Notunterkunft für Asylsuchende umzufunktionieren, standen die L.E. Volleys zunächst ohne Halle da und traten drei Mal auswärts an. Mittlerweile hat die Suche nach einer neuen Spielstätte ein Ende und man spielt in der nur 199 Zuschauer fassenden Leplayhalle. Damit können die Leipziger nur noch die Hälfte ihres bisherigen Zuschauerschnitts erreichen, was für den noch jungen Verein wirtschaftliche Einbußen bedeutet. Trotz strenger Vorgaben seitens der Volleyball-Bundesliga in puncto Hallen, drückte man unter den gegebenen Voraussetzungen mehrere Augen zu, um den Leipzigern den Spielbetrieb zu ermöglichen.


Zwei Routiniers

"Die Stimmung im Team ist blendend und natürlich wollen wir auch aus Leipzig Punkte mitnehmen", kündigt Coach Tado Karlovic an. Er kennt zwei Leipziger Spieler noch aus Eltmänner Bundesligazeiten, den 37-jährigen Mittelblocker Jan Günther und Enrico Ehrhardt. Günther hat zwar seine besten Volleyballjahre hinter sich, aber mit seiner Routine von unter anderem zwei Deutschen Meistertiteln mit dem SSC Berlin ist er nach wie vor ein ganz wichtiger Spieler. Auch Ehrhardt ist ein hochkarätiger Routinier, spielte er doch zwölf Jahre bei CV Mitteldeutschland in der 1. Bundesliga. "Ich freue mich für meine Jungs, dass sie gegen so großartige Ex-Bundesligaakteure spielen dürfen", streicht Karlovic das Besondere heraus. "Wir sind stolz darauf, gegen ein Team mit so einer großen Tradition in einer absoluten Sportstadt wie Leipzig spielen zu dürfen."
"Leipzig ist eine körperlich große Mannschaft, was neben einer hohen Abschlaghöhe, Druck im Angriff und Stärke im Block mit sich bringt", sieht der Hammelburger Trainer in den L.E. Volleys einen starken Gegner, "der mit Fellbach und Eltmann zu den Top 3 der Titelanwärter zählt". Dennoch hält er mit dem Rückenwind aus den ersten drei Spielen alles für möglich. "Dann muss gegen so ein Team aber das Gesamtpaket in allen Bereichen stimmen."
Sorgenfrei können die Saale männer allerdings nicht ins Spiel gehen. Michi Schottdorf und Regisseur Aldin Dzafic konnten erkältungsbedingt nicht trainieren und ausgerechnet Kapitän Felix Bendikowski, der schon zwei Mal zum wertvollsten Spieler (MVP) gewählt wurde, plagen Schulterschmerzen. "Jeder weiß, dass so eine Verletzung schnell chronisch werden kann, deswegen wird Felix nur spielen, wenn er keine Schmerzen hat", wird Karlovic kein Risiko eingehen. "Dann schonen wir ihn lieber für das kommende Heimspiel gegen Freiburg." 
Die "Magical Mystery Tour" muss ja noch längst nicht zu Ende sein und vielleicht wird aus Tado Karlovic noch Sergeant Pepper. "With a little help from my friends".

Quelle: Saale Zeitung