TV/DJK Hammelburg Volleyball

Die TV/DJK-Männer empfangen am Samstag den aktuellen Spitzenreiter aus Delitzsch und am Sonntag kommen die Oshino Volleys aus Eltmann zum mit Spannung erwarteten Unterfranken-Derby.

 

Los geht's! Der Vorhang hebt sich, die Hammelburger Volleyballer feiern ihre Heimpremiere in der 2. Bundesliga. Und das gleich doppelt - am Samstag kommt Tabellenführer GSVE Delitzsch in die Saaletalhalle und am Sonntag der große unterfränkische Rivale, die Oshino Volleys aus Eltmann. Für die Hammelburger ist das auch organisatorisch Neuland, viele Auflagen der Volleyball-Bundesliga mussten erfüllt werden. So steht neben dem Sport einiges an Entertainment auf dem Programm.
Samstagsgegner Delitzsch startete mit zwei Siegen in die Saison, zuletzt bezwang man Mainz ebenso mit 3:0 wie der TV/DJK am ersten Spieltag. Der GSVE, was übrigens Gymnasialer Sportverein Ehrenberg bedeutet, mischt seit Jahren erfolgreich in der 2. Bundesliga mit. 2006/2007 war das Team sogar erstklassig, stieg aber nach der Saison wieder ab. 2011/2012 wurde Delitzsch Meister, verzichtete jedoch aus finanziellen Gründen auf den Aufstieg. Die Mannschaft ist eine ausgewogene Mischung aus Jung und Alt. Gegen Mainz beispielsweise brachte Routinier Paul Lohrisch sein Team nach einem Durchhänger mit einer Serie von Aufschlagassen wieder auf Kurs. "Ich habe mir das Video von deren Spiel gegen Mainz zwei Mal angesehen und finde immer noch nicht wirklich eine Schwäche", spricht TV/DJK-Coach Tado Karlovic mit Respekt vom Gegner Doch bange machen gilt nicht. "Wenn bei uns wie gegen Mainz alles klappt, ist auch gegen Delitzsch was drin."
Für Tado Karlovic steht dann am Sonntag ein ganz besonderes Spiel an, war er doch den "Eltmännern" jahrelang als Spieler und Trainer verbunden und pflegt jetzt noch enge Kontakte zu ehemaligen Spielern. Der Kader der Oshino Volleys wurde nach dem etwas enttäuschenden neunten Rang der letzten Spielzeit neu zusammengestellt, ehemalige Erstligaspieler vom VSG Coburg/Grub haben dort ihre neue sportliche Heimat gefunden. Tado Karlovic und einige andere Trainer nennen die Oshino Volleys als Mitfavorit auf den Titel. "Eltmann hat natürlich ganz andere finanzielle Mittel als wir, dennoch haben sie keinerlei Versuche unternommen, Spieler von uns abzuwerben", unterstreicht Karlovic die Fairness der "kleinsten Volleyballstadt Deutschlands" (eigener Slogan). Obwohl die Favoritenrolle am Sonntag ganz klar bei Eltmann liegt, hofft Tado Karlovic auf ein tolles Unterfranken-Derby, bei dem er mit seinen Jungs den Favoriten durchaus ärgern will.
Auch wenn die Vorbereitung nicht ganz wie gewünscht lief. So konnten die Zuspieler Olli Möller und Aldin Dzafic aus berufliche Gründen nur einmal trainieren, zudem laborierte Mittelblocker Mario Radman an einer Magen-Darm-Erkrankung. Lediglich als Gast in der Halle sein wird Dominik Seller, der studienbedingt nach München geht und gebührend verabschiedet werden soll. "Das ist der normale Gang der Dinge, wenn jemand für sein Studium den Verein verlassen muss, aber wir sind natürlich alle sehr traurig", betont Tado Karlovic. "Zusammen mit Domi sind wir fünf Mal aufgestiegen und er hat entscheidend unser Spiel mitgeprägt." Der Coach freut sich aber, dass er mit Aaron Dettner wieder einen anderen Spieler mit Hammelburger Wurzeln im Team hat. "Beide sind ähnliche Spielertypen." Ein wenig Wehmut beschleicht Mitspieler Friedrich Fell. "Mit Felix, Michi und mir sind immerhin noch drei Spieler im aktuellen Kader, die mit Domi fünf Aufstiege erleben durften."


Kein Druck

Das alles zählt nicht mehr, wenn der erste Aufschlag ansteht. Die Truppe ist heiß auf ihre Heimpremiere und von Nervosität will Tado Karlovic nichts wissen. "Wir haben den Aufstieg nicht geplant und nun sind wir hier, deswegen sollten wir uns keinerlei Druck machen."
Ob das so klappt, ist vor dem Hintergrund einer spürbaren Volleyball-Euphorie in Hammelburg eine spannende Frage. "Ich glaube es wird gemütlich", freut sich Hallensprecher Olly Wendt auf zwei Mal volles Haus. Zusammen mit dem "Team hinter dem Team" hat er akribisch, daran gearbeitet, dass alle Auflagen erfüllt sind. "Nun ist es Zeit, dass es losgeht." 


Gewinnspiele

Mit der Unterstützung der Sponsoren versuchen die Verantwortlichen zukünftig, einen Hauch Entertainment und hochklassigen Volleyballsport zu verbinden. "Ohne unsere Sponsoren wäre das Projekt Bundesliga so nicht realisierbar gewesen", ist Frank Jansen dankbar für die finanzkräftige Unterstützung der heimischen Wirtschaft. So wird es in der zehnminütigen Pause zwischen Satz zwei und drei Gewinnspiele oder andere Darbietungen geben. "Dennoch lautet das sportliche Ziel Ligaverbleib und dazu brauchen wir die Zuschauer", fasst Teammanager Didi Gleisle die Erfolgsformel zusammen. Gleisle wünscht sich nichts mehr, als sich auch "in der kommenden Saison durch den Vorgaben-Dschungel der VBL wühlen zu dürfen". 


Obwohl Dominik Seller in München bald ein Studium aufnimmt und derzeit mit der Wohnungssuche beschäftigt ist, lässt er es sich natürlich nicht nehmen, am 3. Oktober noch einmal seine ehemaligen Weggefährten in der Saaletalhalle zu unterstützen. Der richtige Zeitpunkt, um auf die erfolgreiche Zeit in Hammelburg zurückzublicken.

Was hat Dir beim Hammelburger Volleyball am meisten gefallen?
Dominik Seller: Das lässt sich natürlich nicht auf eine Sache begrenzen. Vielleicht am meisten, dass alles auf einer sehr freundschaftlichen Basis abläuft. Ich freue mich über jeden, den ich treffe, der mit Hammelburg zu tun hat und habe umgekehrt das Gefühl, dass es denjenigen auch so geht. Somit entsteht einfach ein sehr angenehmes und unkompliziertes Umfeld in dem man viele Freunde findet.

Was wünscht Du deinen ehemaligen Mitspielern?
Puh, spontan gesagt: einfach Spaß. Wenn man immer mit Spaß und Motivation sowohl im Training als auch im Spiel bei der Sache ist, kommen die Fortschritte und somit der Erfolg bei dem hohen Niveau in der Mannschaft und dem Trainerteam von alleine. Allerdings kenne ich sie alle gut genug, um zu wissen, dass der Spaß bei denen nicht zu kurz kommt. 


Was wirst Du am meisten vermissen?
Diesmal ganz kurz: die entstandenen Freundschaften.


Wirst Du bald wieder die Volleyballschuhe schnüren?
Ich werde in München ein Team suchen, zu dem ich passe. Ich will ordentlich trainieren und mich weiterentwickeln. Und wer weiß, vielleicht treibt es mich nach dem Master wieder in die Gegend. Hammelburg ist ein klasse Verein und hier ist meine Heimat.

Wann hast Du in Hammelburg angefangen und warum?
Gefühlt seit ich denken kann (lacht). Ich denke so seit dem 10. Lebensjahr. Zum Fußballtraining musste mich meine Mum mit geilen neongrünen Fahrradhandschuhen bestechen, aber zum Volleyball bin ich immer freiwillig gegangen.

Das Gespräch führte Olly Wendt.

Quelle: Saale Zeitung