TV/DJK Hammelburg Volleyball

Der Herbst ist noch weit, doch die 2. Bundesliga ist für die Hammelburger Volleyballer längst ein Thema, mit dem man sich akribisch auseinandersetzt. Nach dem Motto: nach den Meisterfeiern ist vor der neuen Saison. 

Die Mannschaft hat einige Freundschaftsspiele bestritten, auch wenn der sportliche Schwerpunkt derzeit bei Fitnessstudio, Fußball und Beachvolleyball liegt. "Ich denke, Mitte Juli wird die erste ernsthafte Vorbereitungsphase auf die neue Saison beginnen", plant Trainer Tado Karlovic. Auch die Abteilungsleitung um Matthias Benner steht vor neuen Herausforderungen. "Die 2. Bundesliga bedeutet eine deutliche Professionalisierung, Positionen wie Teammanager, Heimspielkoordinator und Pressesprecher müssen geschaffen und teilweise geschult werden", weiß der Abteilungsleiter. Dazu kommen organisatorische Veränderungen, wie Liveticker, Video-Aufnahmen aller Spiele und das Hochladen für die Scouts der anderen Mannschaften der Bundesliga. In der zweithöchsten Spielklasse wird außerdem nach jedem Spiel der wertvollste Spieler (MVP = (most valued player) vor der Sponsorenwand geehrt. 

Die Mannschaft, die die Klasse möglichst halten soll, wird größtenteils mit der der letzten Saison identisch sein. "Lediglich hinter Dominik Seller steht ein Fragezeichen, der sein Masterstudium nicht in Würzburg absolvieren wird. Wenn er in der Nähe bleibt, wird er weiterhin in Hammelburg spielen - zur Freude von uns allen", betont Tado Karlovic, der seine Spieler durchaus für zweitliga-tauglich hält. "Wir werden vielen Teams auf Augenhöhe begegnen und den Etablierten Paroli bieten können. Kleinigkeiten werden über Siege oder Niederlagen entscheiden", erwartet der Trainer. Karlovic führt zwar einige Gespräche, doch große Veränderungen oder Verpflichtungen von Spielern aus dem Ausland - wie vor der letzten Saison mit Mario Radman und Aldin Dzafic - sind nicht vorgesehen. 
Dennoch soll die 2. Bundesliga kein einmaliges Abenteuer bleiben. "Wir werden versuchen, etwas länger oben zu bleiben. Wenn wir das nächste Saison schaffen, dann würde es in der Zukunft leichter, da sich einige Spieler noch technisch und taktisch entwickeln und an Erfahrung gewinnen werden", ist der Hammelburger Trainer zuversichtlich. Die Abteilungsleitung unterstützt die sportlichen Ambitionen, sich längerfristig in der 2. Bundesliga zu etablieren. "Gleichwohl werden wir dies nicht mit aller Gewalt erzwingen. Weder der Hauptverein TV/DJK Hammelburg noch die rechtlich unselbständige Volleyballabteilung des TV/DJK werden finanzielle Abenteuer eingehen, um die Liga zu halten", sieht Matthias Benner, dass viele Vereine Gehälter für "Profivolleyballer" zahlen. Die Hammelburger setzen weiter auf ihre erfolgreiche Jugendarbeit. "Leider können wir junge Menschen, die gerade Abitur, eine Ausbildung oder ein Studium machen, nicht immer in der Region halten", weiß Benner nur zu gut, dass eine deutlich höhere Mobilität gefordert wird. "Ein Netzwerk zu Arbeitgebern in der Region kann hier nicht immer helfen." 
Mit den Stadtwerken Hammelburg hat das Team einen neuen Hauptsponsor gefunden. Mit Unternehmern aus der Region laufen erfolgversprechende Gespräche. "Die Mehrkosten für den Spielbetrieb werden als gesichert angesehen", sagt Matthias Benner. Die Zuschauerschnitt bei den Heimspielen in der Saaletalhalle weiter zu steigern ist nicht nur für die Stimmung eine erstrebenswertes Ziel. "Wir haben für die neue Saison mit Olli Wendt einen Hallensprecher gewinnen können", freut sich Matthias Benner, der mit den Sponsoren weitere Konzepte zur Attraktivitätssteigerung erarbeitet. Dass der unterfränkische Konkurrent Oshino Volleys Eltmann seinen Schnitt von 300 auf 400 Zuschauer steigern will, ist sicher auch für die Hammelburger eine Hausnummer. "Eltmann hat zwar eine große Volleyballtradition, aber bei uns ist das sehr ähnlich. Unser Aufstieg macht viele Menschen neugierig. Ich bin mir sicher, wenn wir es sportlich schaffen, spannende Spiele zu liefern, dass die Halle oft mit 400 Zuschauern voll sein wird", erwartet Tado Karlovic.
Dennoch wollen sich die Hammelburger nicht mit Eltmann vergleichen, sehen keinen Kampf um die Nummer eins in Unterfranken. "Mir ist es völlig egal, ob wir Nummer eins in Unterfranken sind, wir verfolgen in Hammelburg andere Ziele", betont Matthias Benner, dass aus sportlicher Sicht allein schon von der Ligazugehörigkeit die 1. Herrenmannschaft aus Eltmann die Nummer eins war. "Wir betrachten aber in Hammelburg nicht nur den Erfolg der 1. Herrenmannschaft, sondern auch unserer Damenmannschaften und den Erfolg unserer Jugendlichen. Zudem haben wir stets großen Wert darauf gelegt, dass ein Großteil unseres Kaders aus Hammelburger Spielern, ergänzt von gut ausgebildeten Spielern aus Unterfranken, besteht. Erst in der abgelaufenen Saison haben wir uns mit Mario Radman und Aldin Dzafic verstärkt, die aber beide nach Hammelburg gezogen sind und bei Firmen in der Stadt bzw. im Landkreis arbeiten. Auch durch den Verkauf des Vereinsnamens hat Eltmann deutlich mehr Geld zur Verfügung und ist in der Lage, Spielern attraktive Angebote zu machen. In Hammelburg bekommt kein Spieler Geld, sodass auch kaum finanzielle Risiken eingegangen werden müssen", hebt der Hammelburger Abteilungsleiter die Unterschiede hervor. Tado Karlovic, einst selbst in Eltmann, sieht die Oshino Volleys im Umbruch. "Fast drei Viertel des Teams werden aufhören. Wenn man hört, mit welchen Spielern Eltmann verhandelt, dann weiß man, dass der sportliche Leiter Rolf Werner wieder Großes vor hat. Mit ihm habe ich ein sehr gutes freundschaftliches Verhältnis wie auch zu vielen Spielern und Zuschauern aus Eltmann", so der Trainer.

Quelle: InFranken